Worte zum Ostergeheimnis

Pfarrer Dr. Willy Mayunda
Das Geheimnis der Auferstehung findet seinen Ursprung in der Feststellung, dass das Grab Jesu leer war, drei Tage nachdem man ihn dort gelegt hatte…Jesus war nicht mehr drin. Er verschwand. Dieses leere Grab hat seit je zu vielfältigen Spekulationen geführt, von welchen keine den Anspruch auf Alleingültigkeit geltend machen kann. Niemand hat den Akt oder den genauen Moment der Auferstehung gesehen und aufgenommen, als der Stein zur Seite gerollt wurde und Jesus das Grab verlassen hat. War er allein oder in Begleitung, wurde er getragen – war er lebend oder tot? Und wohin wäre er denn gegangen?

Es fehlt der Bericht eines Augenzeugen. Was die christliche Welt veranlasst zu glauben, dass es sich nicht um einen grossen Schwindel handelt, das sind die Zeugnisse der Apostel, der Jünger und all der Menschen von damals bis heute, die vom Leben Jesu beseelt waren und sind. Angesichts der einzigartigen Macht dieser Zeugnisse und der damit verbundenen Taten im Namen dessen, der für uns gestorben ist, können die Menschen glauben, dass Jesus wahrlich auferstanden und lebendig ist.
Damals haben die Apostel eine wichtige Rolle gespielt, und wir hören nicht auf, uns dankbar an sie zu erinnern, wenn wir das Neue Testament lesen. Heute nun ist es an uns, dieses Ereignis sichtbar zu machen und uns zu fragen, ob wir in unseren alltäglichen Beschäftigungen immer auch wieder ein lebendiges und glaubwürdiges Zeugnis für diese Auferstehung sind: Kann ich, wenn ich meine Handlungen im Geheimsten meines Herzens überdenke, ein wenig stolz auf sie sein? Vielleicht ist es ja so. Dann wollen wir Gott danken und Christi Auferstehung in vielen kleinen Gesten auch weiterhin lebendig erhalten.
Es gibt auch in unserem Leben diesen schweren Stein, der uns häufig lähmt und daran hindert, voranzukommen. Wir erleben das in allen Bereichen: im Persönlichen, im Beruflichen, in Beziehungen, in unserer Familie, auch in unserer Pfarrei. Immer wenn es uns gelingt, Christus in uns erneut auferstehen zu lassen, tragen wir dazu bei, den schweren Stein wegzurollen. Und dieser Stein umfasst nicht nur Schwierigkeiten ausserhalb unserer Person – oftmals sind wir selber Teil von ihm.
Möge Jesus uns täglich die Kraft geben, diese Hürden durch Auferstehungstaten aus dem Weg zu schaffen! Nur so können wir ein richtiges und ehrliches Halleluja singen und bestätigen, dass alles, was im Tode, in schwierigen Lebenssituationen verloren scheint, in Christus neu geboren wird.

Euer Pfarrer Willy Mayunda

Ostergeheimnis (PDF zum Herunterladen)